Neuerungen beim Windows Server 2012 R2

Mit Server 2012 R2 werden neben den auch bei uns bereits beschriebenen Neuerungen bei HyperV und im internen Speichermechanismus, Stichwort Storagetiering, weitere viele kleine Verbesserungen eingeführt, die das Leben wesentlich erleichtern können. Hier ein paar Kostproben:

Work Folder ermöglichen es Benutzern, Daten von einem zentralen Fileserver auf mobile Geräte und zurück zu synchronisieren. Verantwortlich ist dafür ein im Hintergrund laufender Synchronisationsservice, der zentral durch den Administrator gesteuert wird.

Workplace Join ermöglich es nicht Windows-Geräten, sich in der Domäne zu registrieren und ist damit die Grundlage für eine bislang technisch unmögliche Single-Site-On-Anmeldung solcher Geräte an der Domäne.

Datendeduplizierung war zwar schon beim Server 2012 möglich, allerdings mussten die Dateien zum Zeitpunkt der Deduplizierung offline sein. Diese Einschränkung ist jetzt weggefallen. Daraus ergeben sich diverse neue Perspektiven, z. B. für verringerten Speicherbedarf bei laufenden virtuellen Maschinen.

Server Core, d. h. eine Server-Installation ohne Benutzeroberfläche mit den entsprechend geringeren Angriffsflächen und einer gesteigerten Performance gibt es seit 2008. Bislang war das jedoch eine vorab zu fällende Entscheidung, die unumkehrbar war. Die GUI lässt sich jetzt beliebig de- und ggf. erneut installieren.

HyperV-Replika lassen sich jetzt auch einen dritten HyperV-Host erweitern. Zudem gibt es neben der bislang üblichen Replikationfrequenz von 5 Minuten Optionen für 30 Sekunden und für 15 Minuten.

Wer auch mit Hosting oder den Cloud-Lösungen von Microsoft zu tun hat, wird deutlich sehen, dass alle hier genannten Verbesserungen dem Ziel einer Verringerung des technischen und administrativen Aufwandes dienen und unmittelbar auch allen diesbezüglichen Lösungen (Azure, Office 365 und Co.) zugute kommen, wenn nicht von dort initiiert wurden. Microsoft ändert Lizenzbedingungen und Preise für Server 2012 R2.

Kennen Sie sich mit den Microsoft-Lizenzbedingungen auch nur halbwegs aus? Dann gehören Sie zu einer sehr seltenen Spezies, von der es selbst bei Microsoft nur recht wenige gibt. Was ändert sich nun, was bleibt gleich? Wie immer stellt ein solcher Artikel allerdings keine verbindliche rechtliche Beratung dar!

Office 365

Die Standard-Server 2012-Edition sowie die Edition Datacenter werden in allen wesentlichen Grundzügen weiterhin so lizensiert, wie beim Vorgänger 2012. Damit ist eine Lizenz pro Core-Paar des Servers erforderlich. Die Lizenzen für die Datacenter-Edition werden in etwa 28% teurer. Für den Zugriff auf die Clients sind nach wie vor Client-Access-Lizenzen (CALs) erforderlich. Es gibt weiterhin die Standard-CAL.

Für zusätzliche Remote-Desktopaufgaben muß die RDS-CAL pro Nutzer lizensiert werden. Die dritte Version für die Rechtevergabe an Dokumente (RMS-CAL) ist noch eher wenig verbreitet. Wie schon bei der Vorgängerversion, werden die unterschiedlichen Preise für die Geräte-CAL im Gegensatz zur Nutzer-CAL weitergeführt. Im Gegensatz zur früheren Preisparität zwischen diesen beiden Versionen sind derzeitig Nutzer-CAL etwa 15% teurer, als die Geräte-CAL.

Vorteilhafter wird es beim Umzug in die Cloud. Nutzer CAL waren bisher sowohl betriebsintern als auch beim Cloud-Provider notwendig. Dort wo bisher hybride Modelle im Einsatz waren, kann also zukünftig jeweils eine der bisher notwendigen doppelten CAL entfallen.

Von den Änderungen werden auch System Center 2012 R2 sowie SQL Server 2014 betroffen sein. Allerdings sind hier längst nicht alle Änderungen besprochen worden. Wer hier auf der sicheren Seite sein will, sollte sich an den Berater seiner Wahl wenden. Klar sind auf jeden Fall folgende Dinge:

  • Microsoft versucht, die Lizensierung zukünftig etwas zu vereinfachen (d. h. die Lizenzverwaltung bei sich und dem Kunden)
  • Preisanpassungen entsprechend dem geänderten Nutzerverhalten oder den geänderten technischen Möglichkeiten. Dies kann je nach gewähltem Modell sowohl zu Kostenermäßigungen als auch zu Preiserhöhungen führen.

Die Preisänderungen werden nach und nach, jedoch recht kurzfristig, eingeführt - natürlich nur wenn bestehende Verträge auslaufen. Gegebenenfalls kann ein leichtes Vorziehen der jeweiligen Verlängerung noch viele Euro einsparen.

Zugegebenermaßen sind Lizenzbedingungen, die sowohl den Wünschen der Anwender als auch dem Lieferanten entsprechen wohl ein Wunsch, der nie Realität werden wird. Immerhin versucht Microsoft, ein klein wenig den Dschungel zu lichten. Und wie so häufig wird es für viele gerade dadurch komplizierter, da auch die alten Bedingungen, die abgelöst werden sollen, nicht jedem geläufig sind.