Weiterbildung und Qualifizierung

Weiterbildung ist teuer – so scheint es zumindest dem Privatkunden, der sich mit Tagespreisen von teilweise weit über 300 € für IT-Kurse konfrontiert sieht. Obwohl wir durch diverse Maßnahmen und kluge Entscheidungen weit in der Vergangenheit häufig preiswerter als die meisten unserer Mitbewerber sind, gefühlt teuer ist es trotzdem.

Weiterbildung

Wirklich wichtig für viele unserer Entscheidungen – im privaten wie im betrieblichen Alltag ist das Preis – Leistungsverhältnis. Dieses Verhältnis bemisst sich privat gefühlt völlig anders als betrieblich und ist selbstverständlich auch noch individuell recht unterschiedlich.

Für die meisten „kostet“ Freizeit kein Geld. Hier wird der Preis eines Kurses zum Maßstab gemacht. Dreihundert Euro dafür, dass pro Jahr vielleicht 10 der 20 Stunden einer gefühlt großzügig bemessenen Freizeit eingespart werden kann – ein vermeintlich schlechtes Geschäft. Und in der Regel werden im privaten Bereich auch weniger komplexe Programme genutzt bzw. deren technische Tiefe nicht ausgelotet, ein Grund mehr, dort  auf kostenpflichtige Weiterbildung zu verzichten.

Da Weiterbildung für Privatanwender durch Weiterbildungsanbieter kaum billiger durchgeführt werden kann (Subventionen ausgenommen =Weiterbildungsförderung), resultiert daraus, dass professionelle Weiterbildung weitgehend von Firmen und diversen Institutionen wahrgenommen wird. Bei uns beträgt der Anteil der selbstzahlenden Privatkunden etwa zwei Prozent und ist damit vergleichbar mit der Anzahl der schweizerischen und österreichischen Teilnehmer.

Ganz anders stellt sich die Situation im betrieblichen Alltag dar. Hier gehen viele zusätzliche Punkte in eine Kalkulation zur Begründung einer kostenpflichtigen Weiterbildungsmaßnahme ein:

  • Hohe Komplexizität der Programme und des Fachgebietes – häufig muss auch fachgebietsspezifisches Wissen im Kurs wiederholt oder vertieft werden.
  • Kurse können sich um den Kern der Probleme der Teilnehmer kümmern und scheinbar überflüssiges in der jeweiligen Lernphase viel besser ausblenden (die heute üblichen 1000-seitigen Bücher sind für Profis als Nachschlagewerk meist zu oberflächlich, für Anfänger jedoch meist zu umfangreich).
  • Der für ein umfassendes Selbststudium erforderliche Zeitaufwand, bei vielen Programmen eher mit Wochen als in Tagen anzugeben, die im Sinne der Erledigung der Arbeitsaufgabe verloren ist und ebenfalls „entlohnt“ werden muss.
  • Gehälter incl. Nebenkosten erreichen oft die Weiterbildungspreise bereits bei Standardkursen
  • Kurse können in kürzester Zeit sehr spezifisches Wissen, häufig auch projetbezogen vermitteln und als Produktivitätsbeschleuniger höchster Priorität gelten
  • Sinnvolle Kombination schnell erforderlichen Spezialwissens und ständig, aber mäßig produktivsteigerndem Allgemeinwissens

Etwas unzulässig verallgemeinernd kann gesagt werden – je höher die Gehälter sind, umso wichtiger sind die ständige effektive Weiterbildung – zwecks Erweiterung des Wissenshorizontes ebenso wie die Produktivitätserhöhung durch effektive, aber komplexe Werkzeuge.